ON THE EDGE 2026
04. bis 13.11.2026
Zehn Künstler*innen/Kollektive aus Österreich, der Schweiz, Belgien, Portugal, Estland und Frankreich teilen in diesem Jahr ihre ganz persönlichen Sichtweisen auf Zirkus. Jonglage trifft dabei auf Installationskunst, Akrobatik auf Stepptanz, Trapezakrobatik auf Konzert, sowie Akrobatik und Komik auf queeres Storytelling. Mit vier eingeladenen Produktionen richtet ON THE EDGE 2026 außerdem einen besonderen Blick auf die Schweiz und ihre innovative zeitgenössische Zirkusszene. Was alle Festivalkünstler*innen verbindet: die Lust am Experiment! Mit großer Selbstverständlichkeit hinterfragen sie klassische Zirkustechniken und verhandeln dabei zentrale Zirkusthemen wie Körperlichkeit, Risiko oder Virtuosität neu – im Zusammenspiel mit Tanz, Performance, Theater und Bildender Kunst.
Programm
Jörg Müller + Roman Müller (CH/FR/D)
Österreichische Erstaufführung
04. und 05. November 2026
Das Duo Müller&Müller breitet sich im großen Saal im Kabelwerk aus! Mit dabei: unzählige Diabolo-Schalen, ein Schlagzeugbecken, ein Stab und ein Tisch. Alles dreht sich, wackelt, tanzt, schwingt – und manchmal wird es laut. An der Schnittstelle von Kunstinstallation und Performance kann sich das Publikum frei im Raum bewegen und das Geschehen aus nächster Nähe oder aus der Distanz verfolgen.
-
Von und mit Jörg und Roman Müller
Beleuchtung: Roman MüllerProduction
Jörg Müller : cie wasistdas
Roman Müller : cirqu’AarauMit freundlicher Unterstützung von prohelvetia
Zeyringer, Schneider, Gammon, Mannott (AT)
Uraufführung
04. und 05. November 2025
Go Fishing erzählt die Geschichte der jüdischen Zirkuskünstlerin Irene Bento, die den Holocaust nur durch Mut, List und die Unterstützung des deutschen Zirkusdirektors Adolf Althoff und seiner Frau Maria Althoff überlebte. Mit einer Mischung aus Zirkuskunst, Choreografie, Text und Bildender Kunst taucht die Performance in das soziale Gefüge des Zirkus ein – und stellt Fragen nach Zusammenhalt, Solidarität und zivilem Widerstand in Zeiten größter Gefahr.
Fotos: Igor Ripak
-
Künstlerische Leitung und Regie: Dorothea Zeyringer
Kreation und Performance: Verena Schneider
Musik und Video: Gammon
Idee und dramaturgische Begleitung: Arne Mannott
Produktionsleitung: Nefeli Antoniadi
Mit Dank an: Astrid Storms-Fontner, Renate Dreesen / Arbeitskreis Ehemalige Synagoge Pfungstadt, Westdeutscher Rundfunk, United States Holocaust Memorial Museum Collection
Rebecca Weingartner (CH)
Österreichische Erstaufführung
06. und 07. November 2026
„Gugus!“ – Schweizerdeutsch für „Hallo“ und „Unsinn“ – feiert Momente, die keinem Zweck dienen und einfach Spaß machen. Inspiriert von der Dada-Bewegung lädt das Stück dazu ein, Leistungsdruck und Selbstoptimierung hinter sich zu lassen und sich dem spielerischen Unsinn hinzugeben. Zwei Akrobaten schweben durch die Lüfte und verwandeln sich in eigenartige Figuren, während das normale Leben mal Pause macht.
Fotos: Maria Cheilopoulou
-
Künstlerische Leitung: Rebecca Weingartner
Von und mit: Demian Bucci, Guilhèm Charrier
Dramaturgie: Luzius Heydrich
Musik & Komposition: Donath Weyeneth
Kostümdesign: Jakob Hodel
Bühne, Licht & Technik: Eric Scherrer / Claudio Bagno
Choreografische Assistenz: Antoine Ragot
Stimmcoaching: Marena Whitcher
Produktion: Pascal Moor / Spring Production
Residenz: Tanzhaus Zürich
Koproduktion: ROXY BirsfeldenMit Unterstützung von: Fachausschuss Darstellende Künste BS & BL, Ernst Göhner Stiftung, Stiftung Corymbo, Kulturfonds der Société Suisse des Auteurs (SSA), BLKB-Stiftung für Kultur und Bildung, Schweizerische Interpretenstiftung SIS, Werner Hasenböhler Stiftung, Pro Helvetia Schweizerische Kulturstiftung
Sööt/Zeyringer (AT/EE)
Wiederaufnahme
06. und 07. November 2026
Running Gag hinterfragt Macht- und Geschlechterverhältnisse im Humor – wer darf eigentlich lustig sein, und wer lacht über wen? Auf der Suche nach weiblichen Vorbildern in der Humorgeschichte beschäftigt sich die Lecture Performance mit den Slapstickkomödien der 1910er-Jahre und beleuchtet Gender und Humor in einer Zeit, in der die Rolle der Frau große Veränderungen durchlebte.
-
Concept, research, text and set design: Sööt/Zeyringer
Performance: Tiina Sööt, Dorothea Zeyringer
Artistic assistance and coaching: Nora Jacobs
Artistic and dramaturgical advice: Andrea Salzmann
Rehearsal assistant and research: Emilia Lichtenwagner
Costume: Signe Rose and Sööt/Zeyringer
Fotos: Nora Jacobs, Franzi Kreis
Maria Madeira (PT/BE)
Österreichische Erstaufführung
07. und 08. November 2026
Mit sechs Jahren in die Ballettschule, mit neun Jahren Stepptanz, später dann ein Studium der Zirkuskünste und das Leben als professionelle Performerin. Zeit für eine Bestandsaufnahme und ein ungeschminktes Selbstportrait. Die Künstlerin Maria Madeira teilt Fragmente dessen, wozu ihr Körper fähig ist und woran er sich erinnert. Cracks in the wood vereint Stepptanz, Ballett, Akrobatik und Songwriting, um eine Geschichte zu erzählen, in der Kontrolle, Verletzlichkeit, Schmerz und Poesie nebeneinander existieren.
Fotos: Igor Ripak
-
Konzept & Performance: Maria Madeira
Musikkomposition: Thijs Van Scharen & Maria Madeira
Dramaturgie: Alice Van der Wielen -Honinckx
Stepptanz-Coach: Bára Hrebackova
Choreografische Beratung: Jeanne Colin
Externer Berater: Stijn Dickel/Aifoon
Kostümdesign: Leen Stoffels
Bühnenbild: Timme Afschrift
Lichtdesign: Michiel Soete
Tontechniker: Sander Stuer
Musikmix: Helicopter Studio – Mathieu GrilloBesonderer Dank gilt: Eliane Heijnen, Hendrik Van Maele, Arno de Bock, Manon Verplancke, Bianca Steck, Detail Company, deRUIMTE
Laurence Felber, Silvan Strübel, Caroline Schenk (CH)
Österreichische Erstaufführung
07. und 08. November 2026
Performance oder Konzert? Beides gleichzeitig! Dark Glowing schöpft aus dem Vollen: kraftvolle Musik trifft auf experimentelle Trapez-Akrobatik, laute Töne auf leise Melodien, Trauer und Wut auf Euphorie und Hoffnung. Ein dunkler Sog, ein akustisches Fest und zugleich ein Plädoyer für Mut, Vertrauen und Zusammenhalt.
Fotos: Anaël Antille, Pierre Daendliker
-
Konzeption: Laurence Felber, Silvan Strübel, Caroline Schenk
Darsteller: Laurence Felber, Silvan Strübel
Musik, Texte: Laurence Felber, Silvan Strübel
Künstlerische Begleitung / Außenperspektive: Caroline Schenk
Stimmcoaching: Jasmin Albash
Lichtdesign / Techniker: Savino Caruso
Tondesign / Techniker: Silvan Schmid, Lionel Darbellay
Kostüme: Sandra Frank, Laurence Felber
Bühnenbau: Valentin Felber
Grafikdesign, Produktion: Laurence Felber
Fotos, Teaser und Video: Tim Wettstein
Unterstützung beim Siebdruck: sieblieb, Franziska LangDank an: Nina Wey, Franziska Lang, Hannah Marquis, Valentin Felber
Moritz Praxmarer (CH)
Österreichische Erstaufführung
10. und 11. November 2026
Moritz Praxmarer erzählt bei einer Tasse Tee die wahre Geschichte von Larry Walters – dem flugunfähigsten Piloten aller Zeiten, der trotzdem abgehoben ist. Bühnenbild? Special Effects? Weder noch. Tasse und Teebeutel reichen aus, um diesen Blockbuster auf den Tisch zu bringen. Ein minimalistisches Objekttheaterstück auf der Suche nach den grossen Träumen und dem Sinn ihnen nachzurennen.
Fotos: Vojtech Brtnicky
-
Idee, Text & Spiel: Moritz Praxmarer
Schlussregie: Dirk VittinghoffEine Produktion von WHS.
Mit freundlicher Unterstützung von prohelvetia
Momomento (AT)
Uraufführung
10. und 11. November 2026
Elternschaft und künstlerische Selbstverwirklichung? Ein Balanceakt. Zwei junge Mütter erzählen von ihren (neuen) Identitäten, Perspektiven und Entscheidungen. Zwischen persönlichen Turbulenzen, Wut und Überforderung entfaltet sich zugleich die tiefe Freude über neues Leben – begleitet von den Erwartungen und Urteilen der Außenwelt. Mittels Zirkus, Live-Musik und etlichen Kilogramm Ton fragt die Performance danach, welchen Raum die eigene Kunst einnehmen kann, wenn sich plötzlich alles verändert.
Fotos: György Tamás
-
Kreation und Performance: Ruth Biller, Birgit Gyg
Regie: Maria Sendlhofer
Sinking Sideways (BE)
Österreichische Erstaufführung
12. und 13. November 2026
Drei Akrobat*innen wiederholen hunderte Male dieselbe Bewegungsabfolge - basierend auf dem Grundmuster der 3-Ball Jonglage. Der nicht abreißende Bewegungsfluss bringt dabei unzählige Variationen zum Vorschein. Je mehr auf dem Spiel steht, desto mehr manövrieren sich die Performer*innen durch verschiedene Formen des Miteinanders, während sie am Rande des (Bühnen-) Abgrunds stehen. Ein hypnotischer Sog und ein Meisterwerk der Tanzakrobatik.
Fotos: Marc Raas, David Konecny, Heroen Bollaert
-
Konzept, Gestaltung und Performance: Xenia Bannuscher, Dries Vanwalle, Raff Pringuet
Blick von außen: Geert Belpaeme, Dagmar Dachauer
Bühnenbild: Arjan Kruidhof, Arjen Schoneveld
Musikkomposition: Rahel Hutter
Abmischung und Mastering: Ariel Schlichter
Lichtdesign: David Carney
Kostüme: Hanne Pierrot
Technik: Jef Delva
Produktion: Leoni Grützmacher – ehrliche arbeit / freies kulturbüro
Vertrieb: Sinking SidewaysBesonderer Dank gilt: C-roy Nimako, Leonard Ermel, William Blenkin
Jean-Daniel Brousé (FR)
Österreichische Erstaufführung
12. und 13. November 2025
Jean Daniel Broussé (alias JD) ist der queere Sohn einer langen Reihe französischer Bäcker. JD ist eigentlich für das Brot bestimmt, entscheidet sich aber für den Zirkus. (le) Pain ist eine spielerische Mischung aus Akrobatik, Tanz, Geschichtenerzählen, Folklore aus dem Béarn, Karaoke und Humor. Eine wilde Reise durch das Brotbacken, Queerness und das Brechen mit Traditionen – mit all der Tragik, Komik und Freude, die damit einhergehen. Ein Fest für die Lachmuskeln!
Fotos: Pablo Herrera, Chris Nash
-
Konzeption und Performance: Jean Daniel Broussé
Regie: Ursula Martinez
Choreografie: Leah Marojevic
Akrobatik-Berater: Charlie Wheeller
Lichtdesign: Joe Hornsby
Kostüme: Max Allen
Originalmusik: Samir Kennedy
Projektionen: Sam Williams
Videomaterial erstellt von: Jean-Daniel Broussé, Laurie Warman, Evelyne Larran
Produktion: Yellow EverythingDank an: Betrand Broussé, Myriam Broussé, die Mitarbeiter der Boulangerie Broussé