Running Gag
Sööt/Zeyringer (AT/EE)
Wiederaufnahme
Samstag, 7. November 2026 | 17:00 Uhr + 18.30 Uhr
Sonntag, 8. November 2026 | 17:00 Uhr + 18.30 Uhr
Running Gag hinterfragt Macht- und Geschlechterverhältnisse im Humor – wer darf eigentlich lustig sein, und wer lacht über wen? Auf der Suche nach weiblichen Vorbildern in der Humorgeschichte beschäftigen Sööt/Zeyringer sich mit den Slapstickkomödien der 1910er-Jahre und beleuchten Gender und Humor in einer Zeit, in der die Rolle der Frau große Veränderungen durchlebte.
Ausgangspunkt der Lectureperformance sind die mutigen, herausragenden und witzigen Heldinnen der Stummfilmära zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die zu ihrer Zeit einflussreich, bekannt und beliebt waren, heute aber weitgehend vergessen sind. Während ihrer Recherche in Archiven entdeckten Sööt/Zeyringer Stummfilmpionierinnen wie Marie Dressler, Ossi Oswalda und Sarah Duhamel. In ihren Filmen erzeugten diese Chaos, zogen sich Männerkleider an und setzten ihre Körper ausdrucksstark ein. Viele Schauspielerinnen, Drehbuchautorinnen, Produzentinnen und Regisseurinnen nutzten Humor als Ermächtigungsstrategie und als Methode, um bestehende Grenzen zu durchbrechen. Aus historischem Material, Filmausschnitten, Fakten und persönlichen Geschichten collagieren Sööt/Zeyringer in Running gag eine fiktionale Dokumentation über die wechselvolle Beziehung zwischen Gender und Humor damals und heute.
Infos
Ort: Theater im Werk am Kabelwerk
Sprache: Englisch
Dauer: 30 Minuten
Altersempfehlung: 14+
Inhaltshinweis: Darstellung von Kampfszenen/Gewalt
Credits
Concept, research, text and set design: Sööt/Zeyringer
Performance: Tiina Sööt, Dorothea Zeyringer
Artistic assistance and coaching: Nora Jacobs
Artistic and dramaturgical advice: Andrea Salzmann
Rehearsal assistant and research: Emilia Lichtenwagner
Costume: Signe Rose and Sööt/Zeyringer
Biografien
Seit 2012 entwickelt das Duo Sööt/Zeyringer Performance-Stücke für Theaterbühnen, Ausstellungsräume und den öffentlichen Raum. An der Schnittstelle von bildender Kunst, Choreografie und Theater setzen sich ihre Performances auf poetische und humorvolle Weise mit persönlichen und gesellschaftlich relevanten Themen auseinander. In ihren jüngsten Arbeiten haben sie die feministische Kunstgeschichte dokumentiert, Mütter untersucht, die von der Norm der Mutterschaft abweichen, und weibliche Wut analysiert.
Tiina Sööt arbeitet in Wien, Bukarest und Tallinn. Sie hat einen Master-Abschluss in Performativen Künsten der Estnischen Kunstakademie und studierte an der Akademie der bildenden Künste Wien. Ihre künstlerische Arbeit umfasst bildende Kunst, Performance und Schriftstellerei, wobei sie sich auf Feminismus, Dokumentation, Sexualität, Gender und die Darstellung von Minderheitenidentitäten konzentriert.
Dorothea Zeyringer absolvierte die Akademie der bildenden Künste in Wien und studierte am Inter-University Centre for Dance in Berlin. In ihrer künstlerischen Praxis konzentriert sie sich darauf, Forschungsergebnisse in poetische Texte und Performances zu übersetzen. Neben der Schaffung eigener Werke unterrichtet sie gelegentlich und arbeitet derzeit als künstlerische Mentorin.